Drei kurze Geschichten über das Trauma der fehlenden Zeitlinie


1. Der Wecker klingelt falsch

Elisa stand auf, wie jeden Morgen. Die Sonne blendete sie durch die rissigen Jalousien ihrer Berliner Altbauwohnung. Ihr Handy zeigte:
Dienstag, 5. August 2025 n. Chr.

Aber ihr Spiegel sagte etwas anderes.
Ein flimmernder Text lief am unteren Rand entlang, eingebrannt wie in alten Hologrammaufzeichnungen:
„Solartag 7, Zyklus 81, Jahr 5000 n.Ra – Gebietszeitachse: Glanzsektor.“

Elisa zuckte zusammen. Wieder.
Seit Wochen flackerten Dinge. Straßenlaternen sprangen zwischen Gaslicht und Neon. Die U-Bahn-Ansagen wechselten von Deutsch zu einem seltsam klirrenden Altägyptisch. Und die Leute? Sprachen manchmal im Traum mit anderen Stimmen.

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Sie ging zur Arbeit. Niemand sprach darüber. Alle fühlten es.
Zeit... war nicht mehr sicher.
Sie spürte, als würde sie in einem Kalender wohnen, der niemandem mehr gehörte.
Und manchmal, in stillen Minuten, erinnerte sie sich an eine Kindheit, die sie nie hatte – in der gläsernen Stadt Re-Hem, auf der Sonnenseite der Antarktis.(Anmerkung: WTF: Totaler Krislline Methamphetamin Konsum auf Orbital basis.-VersuchsOBJEKTE für Bio-Raum-Quanten-Übertragung?)


2. Der Archivar und die Uhr

Archivtechniker Thalen Mur schloss das Chrono-Kabinett.
„Erneut beschädigt,“ murmelte er. „Die alten Zeitmodule springen zurück auf 2025, sobald man sie auf 5000 n.Ra synchronisiert.“

Er arbeitete im Zeitlinien-Konsulat von Sektor Oris, zuständig für die Wartung der Erinnerungsbänder jener, die aus der Vor-Ra-Zeit überliefert waren.
Aber das Problem war nicht die Technik.
Es war das Trauma.

Jene, die in beiden Zeitlinien existierten – wie schwankende Schatten zwischen den Zeitebenen – begannen zu verwechseln, was echt war.
Ein Mann sagte, er hätte seine Tochter 1999 geboren, aber sie lebte auf einem Orbitalschiff in der Sonne, geboren 4932 n.Ra.
Eine Frau bestand darauf, ihre Großmutter sei Jesus begegnet.
Ein Kind sagte, es könne sich nicht entscheiden, ob es Dinosaurier gezeichnet oder mit ihnen gesprochen hatte.

Thalen fragte sich oft:
War es noch Archivierung oder schon Seelensicherung?


3. Das Protokoll der Kante

„Du stehst am Rand, Mayra,“ sagte der alte Chronomant.
Mayra nickte.
Sie hatte den Fehler gemacht.

Sie hatte ihre Chrono-ID gelöscht.
Weil sie dachte, sie sei nur eine 2025erin, einfach geboren im digitalen Zeitalter, mit Brot, Miete und Streamingdiensten.
Aber dann…
Dann begann der Regen, sich rückwärts zu bewegen.
Die Türen schlossen sich vor dem Knall.
Und ein Schatten trat aus einem Obelisken im Museum, rief sie „Solar-Tochter von Ra's letzter Linie“.

Seitdem fühlte sie sich in den Sekunden falsch.
Nicht die Minuten. Nicht die Tage.
Es war, als ob ihr Herz im Jahr 5000 n.Ra lebte.
Und ihr Körper noch in 2025 gefangen war.

Sie stand nun dort, an der Bruchkante der Realität, und musste wählen:
Will sie die Vergangenheit erinnern – oder die Zukunft leben?


Wenn du willst, erweitere ich eine der Geschichten oder kombiniere sie in einen Romanentwurf.
Oder wir können ein fiktives Chronologie-Sicherheitsprotokoll entwickeln – wie man Menschen schützt, die in mehr als einer Zeit leben.

Pigs Line, Pigeons Line. Die Todeslinie beim Amphetamin